Marettimos höchste Erhebung ist
mit 686 m der Monte Falcone. Ein unberührter Berg, Mitten
im Meer. Ein beträchtlicher Teil der Insel liegt aber verborgen
im Meer. Im Winter kann die Abgeschiedenheit Tage dauern; aber
auch im Sommer reicht ein wenig Wind aus, dass die Tragflächenboote
und Fährschiffe die Insel nicht mehr anfahren können.
Wenn der Wind Bootsfahrten und Baden nicht mehr
erlaubt, ist der richtige Zeitpunkt für einen Spaziergang
gekommen. Da es keine Autos gibt, ist man gezwungen zu Fuss zu
gehen.
Oft sind die Gäste vom täglichen Leben während
dem grössten Teil des Jahres im Stress, so dass sie hier
eine erfreuliche Überraschung erleben. Die Ruhe wird nur
durch die Schreie der Seemöwen, dem Rauschen des Windes und
dem Plätschern der Wellen unterbrochen..
Was
Flora und Fauna betrifft, so ist Marettimo die interessanteste
der Egadi Inseln. Ihre Besonderheit wird durch verschiedene Faktoren
gegeben: zum einen, weil Marettimo ein Gebirgsland ist, wo sich
der Kalkstein mit dem Dolomitgestein überlagert und es einen
Ueberfluss an Wasser gibt; zum andern, weil Marettimo als erste
zu einer Insel wurde
Die Absonderung von Flora und Fauna, die 600 Millionen Jahre zurückliegt,
hat die Erhaltung von einigen Pflanzen ermöglicht, welche
in Sizilien und auf den andern Inseln des Archipels verschwunden
sind.
Die Naturgeschichte von Marettimo begann vor ca. 50 Millionen
Jahren im Tertiärzeitalter, als die Alpen aufgeschoben wurden:
die Kontinentalverschiebung hat den Afrikanischen gegen den Europäischen
Kontinenten gestossen. So entstand, gemäss den Wissenschaftlern,
ein Kontinent, der sich von Sizilien bis Kleinasien ausdehnte,
wo auch Marettimo dazugehörte.
Die Bestätigung dieser
Hypothese erhält man durch das Vorkommen der endemischen
Pflanze Scabiosa Limonifolia, welche dort herstammt.Andere Pflanzenarten,
welche nur auf Marettimo vorkommen, wie z.B. die Daphne Oleifolia
und die Erodium Maritimum bestätigen weitere geologische
Veränderungen vor ca. 20 Mio. Jahren. Am Anfang des Qartiärzeitalters
wird Marettimo als Insel abgetrennt. So bewahrt sich eine Vegetation,
welche keinen äusseren Entwicklungen
ausgesetzt wird und
sich so unverändert über Millionen von Jahren bis heute
erhalten konnte.